Corporate Tax Frist verpasst (30. September 2026)? Diese Strafen laufen jetzt – und so stoppst du sie
Oktober 2026 · 6 Min Lesezeit
Der 30. September 2026 ist vorbei – und damit die Abgabefrist für die Corporate-Tax-Erklärung vieler VAE-Firmen mit Geschäftsjahr 2025. Die Federal Tax Authority (FTA) hatte wochenlang getrommelt, trotzdem haben es erfahrungsgemäß tausende Firmen nicht rechtzeitig geschafft – gerade kleinere Freezone-Setups, deren Gründer gar nicht wussten, dass auch eine 0-%-Firma eine Erklärung abgeben muss. Wenn du dazugehörst: keine Panik, aber auch kein Aussitzen. Die Strafen laufen ab jetzt monatlich auf, und jeder Monat Zögern kostet dich bares Geld. Hier ist der ehrliche Fahrplan.
Wen die Frist überhaupt betraf
Die Erklärung ist grundsätzlich neun Monate nach Ende der Steuerperiode fällig. Für alle Firmen mit Geschäftsjahr gleich Kalenderjahr 2025 – das ist die große Mehrheit der Freezone-Firmen aus dem DACH-Raum – war der Stichtag also der 30. September 2026. Wer ein abweichendes Geschäftsjahr hat (z. B. April bis März), hat eine andere Frist und ist eventuell noch gar nicht dran. Prüfe das zuerst in deinem EmaraTax-Konto, bevor du in Hektik verfällst.
Diese Strafen laufen jetzt auf
Die FTA unterscheidet zwischen verspäteter Abgabe und verspäteter Zahlung – beides wird separat sanktioniert:
- Verspätete Abgabe: AED 500 pro Monat (oder angefangenem Monat) für die ersten zwölf Monate, danach AED 1.000 pro Monat – unabhängig davon, ob du überhaupt Steuern schuldest
- Verspätete Zahlung: rund 14 % pro Jahr auf die offene Steuerschuld, monatlich berechnet ab dem Tag nach Fälligkeit
- Fehlende Corporate-Tax-Registrierung: AED 10.000 Grundstrafe – wer sich nie registriert hat, hat gleich zwei Baustellen
- Mangelhafte Buchführung: bis zu AED 10.000 pro Verstoß, bei Wiederholung mehr
Wichtig: Die Late-Filing-Strafe ist eine Pauschale, keine Prozentzahl. Sie trifft auch Firmen mit null Steuerschuld – also auch dich, wenn du Small Business Relief nutzt oder als Qualifying Free Zone Person bei 0 % liegst.
Warum jeder angefangene Monat zählt
Die FTA rechnet nicht tagesgenau, sondern pro angefangenem Monat. Heißt konkret: Wer im Oktober abgibt, zahlt eine Monatsstrafe – wer bis Dezember wartet, schon drei. Aus AED 500 werden schnell AED 1.500 oder mehr, und ab dem 13. Monat verdoppelt sich der Satz. Dazu kommt: Offene Steuerstrafen können in den VAE inzwischen auch andere Prozesse blockieren, etwa Lizenz-Renewals oder Visa-Angelegenheiten. Das Problem wird durch Warten also nicht kleiner, sondern teurer und breiter.
Freezone-Firmen: dein 0-%-Status steht mit auf dem Spiel
Für Qualifying Free Zone Persons (QFZP) ist die Sache heikler als nur ein Bußgeld. Die 0 % auf Qualifying Income sind an Compliance-Bedingungen geknüpft – unter anderem an ordentliche Buchführung und die Einhaltung der Vorschriften. Wer dauerhaft nicht abgibt, riskiert im schlimmsten Fall, dass die FTA den QFZP-Status infrage stellt und Einkünfte mit 9 % nachversteuert werden. Ob es so weit kommt, hängt vom Einzelfall ab – aber genau deshalb gilt: schnell nachholen statt hoffen, dass es niemand merkt. Die FTA sieht über EmaraTax jede registrierte Firma.
Das solltest du jetzt tun – in dieser Reihenfolge
- In EmaraTax einloggen und deine tatsächliche Frist sowie offene Pflichten prüfen (Registrierung, Erklärung, Zahlung)
- Buchhaltung 2025 finalisieren – ohne saubere Zahlen keine Erklärung
- Erklärung so schnell wie möglich einreichen, auch wenn die Zahlen nicht perfekt poliert sind – Korrekturen sind später per Voluntary Disclosure möglich
- Offene Steuerschuld sofort zahlen, damit die 14 % p. a. aufhören zu laufen
- Strafbescheide dokumentieren und prüfen lassen, ob ein Erlass (Waiver/Reconsideration) realistisch ist
Waiver und Kulanz: Was ist realistisch?
Die gute Nachricht: Die FTA hat sich zuletzt kulanter gezeigt als ihr Ruf. 2025/2026 gab es mehrere Initiativen, bei denen Strafen erlassen oder reduziert wurden – etwa für Firmen, die ihre Registrierung und erste Erklärung innerhalb bestimmter Nachfristen nachgeholt haben, und die Bußgeldsätze wurden teils generell gesenkt. Ob dein Fall für einen Erlass infrage kommt, hängt von Timing und Begründung ab. Ein Reconsideration-Antrag kostet nichts außer Aufwand – aber er ersetzt nicht die Abgabe. Erst einreichen, dann um Erlass kämpfen, nicht umgekehrt.
Nullrunde? Trotzdem abgeben
Der häufigste Denkfehler, den wir sehen: „Ich liege unter der Small-Business-Relief-Grenze, also betrifft mich das nicht.“ Falsch – die Relief musst du aktiv in der Steuererklärung wählen, und auch eine 0-%-Freezone-Firma muss jährlich abgeben. Die Erklärung ist der Nachweis deines Status, nicht dessen Ersatz. Wer nie abgibt, verliert im Zweifel genau die Vorteile, wegen derer er nach Dubai gegangen ist. Hinweis: Dieser Artikel ist keine Steuer- oder Rechtsberatung – lass deinen konkreten Fall von einem in den VAE zugelassenen Tax Agent prüfen, gerade wenn schon Strafbescheide vorliegen.
Fazit: Jetzt handeln ist die billigste Option
Eine verpasste Frist ist ärgerlich, aber kein Weltuntergang – solange du sie diese Woche angehst und nicht erst im Frühjahr. Jeder Monat kostet dich mindestens AED 500 plus Zinsen, und dein 0-%-Status ist zu wertvoll, um ihn für Aufschieberitis zu riskieren. Wenn du gerade erst planst, eine Firma in Dubai zu gründen, nimm das als Lektion: Compliance gehört von Tag 1 ins Budget. Auf freezone24.com findest du mit dem Freezone-Finder die Zone, die zu dir passt, und mit dem Kostenrechner siehst du vorab, was Setup und laufende Pflichten wirklich kosten. Oder buch dir einen kostenlosen Beratungstermin – dann passiert dir so eine Frist kein zweites Mal.
Bereit für den nächsten Schritt?
In 60 Sekunden zur passenden Freezone — kostenlos und unverbindlich.
Jetzt passende Freezone finden