One Freezone Passport Dubai 2026: Eine Lizenz für mehrere Freezones – so funktioniert es
Oktober 2026 · 4 Min Lesezeit
Bisher galt in Dubai eine einfache Regel: eine Freezone, eine Lizenz. Wer mit seiner Firma in einer zweiten Zone aktiv werden wollte – etwa mit einem Lager in Jebel Ali und einem Büro in der Stadt – brauchte eine zweite Lizenz, eine zweite Firmenstruktur und zahlte doppelt. Genau das ändert der One Freezone Passport: ein Programm des Dubai Free Zones Council, mit dem eine einzige Lizenz für mehrere Freezones gilt. 2026 wird das System schrittweise ausgeweitet. Hier erfährst du ehrlich, was dahintersteckt – und ob es für dich überhaupt relevant ist.
Was ist der One Freezone Passport?
Der One Freezone Passport ist ein einheitlicher Lizenzrahmen für Dubais Freezones. Du gründest deine Firma wie gewohnt in einer Zone – und kannst dann über ein vereinfachtes Verfahren in teilnehmenden anderen Zonen tätig werden, ohne dort eine komplett neue Firma zu gründen. Keine doppelte Registrierung, keine zweite Buchhaltungsstruktur, deutlich weniger Papierkram.
Gestartet ist das Programm Mitte 2025. Prominenter erster Nutzer war Louis Vuitton: Lager in der Jebel Ali Free Zone (JAFZA), Corporate Office im DWTC-Gebiet – beides unter einem Lizenz-Dach. Statt mehrerer Monate soll die Zweitzulassung in rund einer Woche durch sein.
So funktioniert das System in der Praxis
Das Prinzip: Deine Hauptlizenz bleibt in deiner Heimat-Freezone bestehen. Für die zweite Zone beantragst du eine Art Sekundärzulassung, die an die Hauptlizenz gekoppelt ist. Wichtig dabei: Gesellschafter, Direktoren und Manager müssen in beiden Zonen identisch sein, und die Geschäftstätigkeit der Zweitzulassung muss der Hauptlizenz entsprechen. Du kannst also nicht in Zone A eine Marketing-Agentur betreiben und in Zone B plötzlich mit Autos handeln.
Welche Freezones machen mit?
Zum Start lief das Programm vor allem zwischen der Jebel Ali Free Zone (JAFZA) und der DWTC Free Zone. Der Dubai Free Zones Council – das Gremium, das alle Zonen des Emirats koordiniert – hat angekündigt, das System nach und nach auf weitere Zonen auszudehnen. Welche Zonen wann dazukommen, wird laufend bekannt gegeben; frag im Zweifel direkt bei deiner Wunsch-Freezone nach dem aktuellen Stand.
Was kostet der One Freezone Passport?
Offizielle Einheitspreise gibt es nicht, die Kosten hängen von Zone und Setup ab. In Medienberichten wurden für die Erstlizenzierung grobe Spannen von etwa 17.500 bis 45.000 AED genannt (ca. 4.400 bis 11.300 Euro) – die Sekundärzulassung soll deutlich günstiger sein als eine komplette Zweitgründung. Der eigentliche Spareffekt liegt aber weniger in der Lizenzgebühr selbst, sondern darin, dass doppelte Strukturen, doppelte Compliance und doppelte Renewals wegfallen.
Für wen lohnt sich das wirklich?
- Handels- und Logistikfirmen, die ein Lager in JAFZA und ein Büro oder einen Showroom in einer anderen Zone brauchen
- Wachsende Firmen mit mehreren Teams, die physische Standorte in verschiedenen Teilen Dubais wollen
- Unternehmen mit vielen Visa, die Bürofläche und Mitarbeiter flexibel auf mehrere Zonen verteilen möchten
- Internationale Firmen, die Dubai als regionales Hub mit mehreren Funktionen (Lager, Vertrieb, Verwaltung) nutzen
Der ehrliche Teil: Wer außen vor bleibt
Und jetzt die Wahrheit, die dir viele Agenturen nicht sagen: Für die meisten deutschen Solo-Gründer mit einer schlanken Freezone-Firma ist der One Freezone Passport schlicht irrelevant. Die wichtigsten Einschränkungen:
- In der Zweitzone sind keine Flexi-Desks oder virtuellen Büros erlaubt – du brauchst dort echte Fläche
- Einzelhandel ist ausgeschlossen, ebenso regulierte Finanzdienstleister und bestimmte beaufsichtigte Branchen (DNFBPs)
- Gesellschafter und Management müssen überall identisch sein – Konstrukte mit unterschiedlichen Partnern pro Standort funktionieren nicht
- Die Aktivität der Zweitzulassung muss zur Hauptlizenz passen
Wenn du also ein Online-Business mit Flexi-Desk in IFZA, Meydan oder RAKEZ betreibst, ändert sich für dich erst mal nichts. Das Programm ist für Firmen gebaut, die physisch in mehreren Zonen präsent sein wollen – nicht für den klassischen Ein-Personen-Setup.
Corporate Tax: Was passiert mit dem QFZP-Status?
Spannend wird es bei der Steuer: Dein 0-%-Satz als Qualifying Free Zone Person hängt unter anderem davon ab, wo deine Substanz sitzt und mit wem du Geschäfte machst. Wie genau Einkünfte aus einer Zweitzone steuerlich behandelt werden, solltest du vor dem Antrag mit einem Steuerberater klären – die Details sind hier noch in Bewegung. Dieser Artikel ist keine Steuer- oder Rechtsberatung, sondern eine Orientierung.
Fazit: Gutes Signal, auch wenn du es (noch) nicht brauchst
Der One Freezone Passport zeigt, wohin Dubai will: weniger Bürokratie, schnellere Prozesse, ein Freezone-System, das wie ein einziger Wirtschaftsraum funktioniert. Für größere und wachsende Firmen ist das ein echter Kostenhebel. Für dich als Gründer heißt es vor allem: Die Wahl deiner ersten Freezone wird langfristig weniger zur Einbahnstraße – ein Pluspunkt für den Standort insgesamt.
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